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Bericht über das neue Comenius-Projekt

10.12.2013

„Berliner Mauer und die Weltausstellung ‘58“- Die Voß-Schule Eutin startet ein weiteres europäisches Austauschprojekt Im Rahmen des Comenius- Projekts werden Gelder für verschiedenste Projekte bereitgestellt, die das innereuropäische Verständnis fördern. Mit dem IF-Projekt nimmt das Gymnasium nun bereits zum dritten Mal teil. Im Zuge des IF-Projektes beschäftigen sich Schüler aus vielen europäischen Nationen mit der Vergangenheit ihrer Partnerländer und später dann mit aktuellen Konflikten in der Europäischen Union. Ein Bestandteil des Projektes sind auch die Planungstreffen der Projektgruppen aus unterschiedlichen Ländern. Die Delegation der Voß-Schule brach vor zwei Wochen zu einem solchen Koordinationstreffen auf.

Wer reisen will, muss auch früh aufstehen können. Dies hätte das Motto sein können, unter dem die Abreise aus Eutin erfolgte. Am Donnerstag fuhren um 3:30 zwei Großtaxen mit den Voß-Schülern in Richtung Hamburger Flughafen los. Von dort aus ging es mit Scandinavian Airlines zuerst nach Kopenhagen und nach einem kurzen Aufenthalt im dortigen Transitbereich nach Brüssel. Frau Szellinski, die Koordinatorin des Projektes auf Eutiner Seite, dazu: „So zu fliegen ist grundsätzlich natürlich Quatsch, aber tatsächlich günstiger als ein Direktflug und mit den Fördermitteln müssen wir natürlich verantwortungsvoll umgehen.“ Lachend fügt sie hinzu: „Immerhin haben wir auch gleich noch ein weiteres Land besucht – zumindest den Transitbereich.“ Nach knapp sieben Stunden stand die Eutiner Delegation dann am Brüsseler Flughafen. „Ich hatte das Gefühl es wäre Nachmittag, dabei war es gerade mal 10 Uhr“, so Maria (15), eine der elf teilnehmenden Schülerinnen und Schüler. Doch trotzdem ging es per Zug gleich weiter in die relativ nahe gelegene Stadt Mechelen. Mit seinen gut 80.000 Einwohnern in etwa so groß wie Flensburg bot es viele Sehenswürdigkeiten und Geschäfte für die dreistündige Freizeit. Diese wurde natürlich auch gleich genutzt, um sich mit der ersten belgischen Schokolade einzudecken. Bereits eine Station später wartete dann das eigentliche Ziel der Reise, die Gemeinde Kapelle-op-den-Bos. Hier steht nämlich das Sint – Theresiacollege, die belgische Partnerschule des IF-Projektes. In der Schule trafen die Eutiner dann auf ihre, etwas jüngeren, Austauschpartner. Mit diesen begaben sie sich dann zu ihren Gastfamilien. Der nächste Tag war mit „work-day“, „Arbeitstag“ betitelt. Zuhause hatten die Schüler eine schulweite Umfrage durchgeführt, welches Ereignis das wichtigste seit den 50er Jahren in Deutschland gewesen ist. Mit großer Mehrheit war die Entscheidung auf den Fall der Berliner Mauer gefallen. Die belgischen „leerlingen“ hatten sich für die Weltausstellung 1958 entschieden, zu der u.A. das berühmte Atomium in Brüssel gebaut worden ist. Zuerst erarbeiteten die Gruppen kurze Zusammenfassungen der Ereignisse auf Englisch. Im Anschluss befragten die deutschen Teilnehmer Lehrer, Schüler und Angestellte der Schule nach ihrem Wissen zu dem Fall der Mauer. „Wir waren erstaunt, dass die Belgier sehr viel über die Hintergründe und Bedeutung des Mauerfalles wussten“, erzählt Jasper (16). Den zweiten und leider auch schon letzten Abend verbrachten die Schüler wieder mit der Gastfamilie beim Bowlen, im Kino oder in Antwerpen. Der dritte Tag, der „Kulturtag“ war das eigentliche Highlight des Kurzaustausches. Es stand nämlich ein ganzer Tag in Belgiens Hauptstadt, Brüssel, an. Nach vielen und, trotz der kurzen Zeit, schweren Abschieden von den Gasteltern ging es im Charterbus mit der gesamten Projektgruppe zuerst ins „Mini-Europa“. In dem Freizeitpark stehen Miniaturmodelle von Bauten und Sehenswürdigkeiten aus ganz Europa. Der Park ist für die hochwertigen und bis ins kleinste Detail korrekten Nachbauten der Monumente auch außerhalb Belgiens berühmt. Nach einem kurzen Fußmarsch ging es dann endlich auf das 100 Meter hohe Atomium hinauf. Es wurde zur Expo ’58 errichtet und 2006 nach einer Renovierung wiedereröffnet. Von der obersten Kugel aus bietet sich ein beeindruckender Blick über die belgische Hauptstadt. Im Anschluss konnten die Schüler noch die Innenstadt Brüssels rund um den „Groten Markt“ erkunden. Hier findet sich neben unzähligen kleinen und großen Schokoladenläden ein weiteres Wahrzeichen der Stadt, der „Manneken Pis“ eine berühmte Statue, die am Wasserlassen ist. Zudem bot sich hier für längere Zeit die letzte Möglichkeit, mit den neugewonnenen Freunden etwas zu unternehmen. Schweren Herzens trennten sich die Gruppen später am Brüsseler Flughafen. Bereits jetzt war allen anzumerken, wie sehr sie sich auf das Wiedersehen im Mai freuten. Am Samstag um elf Uhr abends fanden sich die Eutiner Schüler dann müde, aber dafür ein wenig weltoffener am Ausgangspunkt ihrer Reise wieder.

F. Schädlich

Vielen Dank an http://www.der-reporter.de für die Erlaubnis der Veröfffentlichung.