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Trommelkurs an der Voß-Schule (Bericht und Fotos)

31.10.2013

Trommelkurs für einen guten Zweck in der Eutiner Voß-Schule Als sich die Tür öffnet, wogt aus der Aula der Eutiner Voß-Schule ein Schwall warmer Luft. Auf der Bühne sind im Halbkreis Stühle aufgestellt. Auf ihnen sitzen Schüler der neunten Klasse. In der Mitte steht ein Mann in bunten Gewändern. Sein Name ist Morphius Eurapson-Quaye, er kommt aus Ghana und seine Leidenschaft ist das Trommeln.

Und dazu ist er heute auch hier. In breitem Englisch stellt er sich den Schülern vor. Dann geht es los. Am Anfang stehen einfache Rhythmusübungen. Dabei klatschen die Schüler gemeinsam auf ihren Oberschenkeln und lernen in Frage-Antwort Spielen auf die Melodik in Morphius Stimme zu achten. Dieser wirft zwischendurch immer wieder ein herzliches „very good“ ein. Jetzt weist er die Schüler an, ihre im Unterricht selbstgebauten Trommeln auf den Schoß zu nehmen. Im nächsten Moment erfüllt ein mächtiges Trommeln den großen Raum. Ein mitreißender Rhythmus entsteht. Es ist zu spüren, wie sehr er die Anwesenden mitzieht. Das Tempo steigert sich. Zwischendurch sind die Rufe Morphius zu hören:  „Kelewa Mama, kelewa Papa!“. Selbst ihm fällt es merklich schwer, noch gegen die vielen Trommeln anzukommen. Langsam wird der Ghanaer wieder leiser und mit ihm auch die Schüler. Plötzlich herrscht wieder Stille. Doch etwas hat sich in diesen wenigen Minuten verändert. Als Morphius die Jugendlichen nacheinander in Dreigrüppchen vorspielen lässt, machen diese bereitwillig und ohne Scheu mit. Die Schüler haben seinen Tipp beherzigt: „ Listen to your inner music, hört auf eure innere Musik.“  Schneller als jede Schulstunde sind die 45 Minuten verflogen. Die Erinnerungen an den Trommelworkshop werden vermutlich jedoch wesentlich länger überdauern. Sobald die jungen Trommler die Bühne verlassen haben, fangen sie aufgeregt an zu diskutieren. Doch nicht nur die Schüler hatten Spaß, auch dem Trommellehrer, der bis zu seiner Pensionierung Universitätsdozent in Ghana war, gefiel der Tag. „Awesome young people“, „wunderbare junge Menschen“ seien die Schüler. Ilona Lehmann, Musiklehrerin und Organisatorin des Projektes erzählt: „Ich hab Morpheus auf einer Fortbildung getroffen und ihn eingeladen, uns mal besuchen zu kommen.“ Im Herbst reist er jedes Jahr durch Nordeuropa und sammelt Spenden für das von ihm aufgebaute  „Centre for Talent Expression“ in Ghana, dort werden bedürftige junge Menschen unentgeltlich  unterrichtet. In Ghana ist die Schulbildung normalerweise nicht kostenfrei. Lehmann resümiert: „Wir haben unglaublich positive Rückmeldungen bekommen. Deswegen würden wir das Projekt auch gerne nächstes Jahr wiederholen, sofern Morphius denn kommen kann. Heute war ja nur die 5.-9. Klassenstufe in der Aula, nächstes Jahr fänden wir es schön, wenn auch die Oberstufe mittrommeln kann.“

F. Schädlich

Vielen Dank an http://www.der-reporter.de für die Erlaubnis der Veröfffentlichung

Fotos von I. Lehmann und F. Schädlich