Nachrichten

Eine Reise durch die Geschichte des Blues

21.12.2013

Die amerikanische Andrew Irvine Group spielte in der Eutiner Voß-Schule.

Am 04. Dezember hatten die Oberstufenschüler der Johann-Heinrich-Voß-Schule Eutin die Möglichkeit Musikunterricht der besonderen Art zu genießen. Während die Unter- und Mittelstufenschüler einige Wochen zuvor zu afrikanischen Rhythmen trommelten, stand diesmal die Andrew Irvine Group aus den USA auf der Bühne. Im Rahmen des vom Baltic Blues e.V. mit Unterstützung durch die Sparkassenstiftungen initiierten Projektes Blues@School luden die Musiker zu einer Reise durch die Geschichte des Blues ein. Doch zuerst überraschte die Band die Schüler, als sie plötzlich anfing zu spielen und die Schüler zum Aufstehen und Mittanzen aufforderte. Anfangs ein wenig zögerlich trauten sich schließlich doch sechs Schüler auf die Bühne, um an einem Tanzwettbewerb teilzunehmen. Für die drei besten gab es am Ende eine CD der Band. Nach der „Aufwärmübung“ fängt die musikalische Reise an.

Am Anfang steht der langsamere und von der Akustikgitarre begleitete Delta Blues, der um 1910 im Mississippi-Delta entstand. Schon kurz, nachdem die ersten Akkorde gespielt sind, setzten die Schüler von selbst mit rhythmischem Klatschen ein. Weiter geht’s, in den Fünfzigern änderte sich die Musik mit dem Aufkommen der E-Gitarre radikal. Der Blues wanderte mit den verarmten Arbeitern den Mississippi hoch zu den Fabriken im Norden, in die Städte. Der Urban Blues, der städtische Blues entstand. Unter Klatschen und vereinzelten begeisterten Rufen stimmt die Band B.B.King´s „The Thrill is gone“ an. Zwischendrin berichten die Bandmitglieder von ihrem musikalischen Werdegang und geben Tipps, um zur Musik zu finden. Um das Spielen zu lernen, müsse man einfach musizieren, „learning by doing“, rät der Drummer Marco Fuliano. Und konzentriertes Musikhören sei wichtig, rauszufinden, wie die Musiker was spielen. Jetzt erzählt der Bandgründer. Eigentlich spiele er am liebsten den fröhliche Funk Blues, verrät Andy Irvine. Und das beweist er nun eindrucksvoll mit „Ain´t doing too bad“ der James Cotton Band.

Kaum jemand im Raum kann noch still sitzen, so mitreißend ist der Rhythmus. Der in New Orleans entstandene Blues sei wie eine Suppe, eine Kombination verschiedener Geschmäcker und Zutaten. Damals Schmelztiegel vieler Kulturen und Musikern aus allen Ländern der Welt entwickelte New Orleans eine ganz eigene Musik. Die Zeit neigt sich dem Ende entgegen. Die Möglichkeit Fragen zu stellen wird eher spärlich genutzt, daher sind noch zehn Minuten übrig. Und die werden für das Highlight des Mittags genutzt, die spontane Jamsession mit zwei Schülern. Als Sebastian und Timo auf der Bühne mit Trompete und Saxophon improvisieren, ist das Publikum begeistert dabei. Auch den Musikern ist der Spaß anzusehen.

Dann folgt eine kurze Ansage, dass die Band um 20 Uhr in der Mühle spielen wird und plötzlich sind die 90 Minuten schon vorbei. Beeindruckend hat die Band gezeigt, dass Blues auch bei Jugendlichen gegen dessen musikalische Nachfolger ankommen kann. Aus dem Blues gingen viele moderne Musikrichtungen hervor, zum Beispiel die Popmusik oder der Hip-Hop. Organisator Helge Nickel resümiert: „Ich bin sehr zufrieden, das Projekt wurde von allen Seiten sehr gut angenommen und die Musiker hatten auch Spaß. Die Schüler hätten anfangs vielleicht ein wenig mehr dabei sein können, aber wahrscheinlich sind wir einfach ein wenig zu norddeutsch. Wenn wir auch nur ein paar Schüler für Blues begeistern konnten, haben wir unser Ziel erreicht.“ Und das war auch der Fall, so mischten sich unter das Publikum am Abend in der Mühle einige Voß-Schüler und auch Sebastian, der Saxophonist, war in der Mühle für eine weitere Jamsession dabei.

F. Schädlich

Vielen Dank an http://www.der-reporter.de für die Erlaubnis der Veröfffentlichung.