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Lawrence-Austausch: The Time of Our Lives

10.12.2013

Den Moment, in dem wir in Kansas City aus dem Flugzeug stiegen, werden wir wohl nicht so schnell wieder vergessen. Klar waren wir froh, dem „Norddeutschen Schmuddelwetter“ entkommen zu sein, aber wir hatten ja keine Ahnung, was „heiß“ in Kansas wirklich heißt. Bei vierzig Grad im Schatten und gefühlten 98% Luftfeuchtigkeit kämpften wir mit unserer Erschöpfung und unserem Kreislauf und schleppten uns in die Empfangshalle. Was uns da erwartete, ließ alle Müdigkeit sofort verfliegen: unsere Austauschschüler mit ihren Familien, Willkommensplakate in die Höhe haltend. Überall strahlende Gesichter und herzliche Begrüßungen, den Fakt, dass sich einige von uns noch nie gesehen hatten, übersah man einfach. Von diesem Moment an wussten wir, dass wir die Zeit hier nicht mehr so schnell vergessen würden.

Das Wochenende verbrachten wir allerdings erst mal damit, uns einzuleben, unseren Jetlag zu überwinden und die Stadt Lawrence kennenzulernen. Montags begann für uns dann das Abenteuer High School. Um uns ein wenig zurechtzufinden, hefteten wir uns zunächst an die Fersen unserer Austauschschüler, bekamen aber dann im Laufe der Woche unseren ganz eigenen Stundenplan. Da wir uns an keinerlei Regeln halten mussten, konnten wir uns bei der Wahl unserer Fächer so richtig austoben. Die meisten wählten Fächer, die wir in Deutschland nicht belegen können, sowie „Ceramics“, „Jewelry“ oder „Weights“, aber es waren auch Kurse wie „American Literature“ oder „US Government“ dabei. Schnell stellten wir fest, dass Schule in Amerika was ganz anderes ist als Schule in Deutschland: Footballspieler, Cheerleader, der Lunch in der Schule und über tausend Autos auf dem Parkplatz. Manchmal kam man sich vor wie im Film.
Natürlich konnten wir uns auch typisch amerikanische Phänomene wie Football oder ein Thanksgiving Dinner nicht einfach entgehen lassen und so waren wir dabei, als das KU-Footballteam überraschender Weise mal ein Spiel gewann und feierten unser eigenes Thanksgiving, mitten im September.
Genug Zeit, etwas vom Staate Kansas zu sehen, hatten wir auch und so besuchten wir unter anderem Kansas City und die Flint Hills. Zu unserem Glück waren wir auch noch zur „Homecoming Season” da und so jagte ein Highlight das nächste. Unsere Zeit in Lawrence wurde zu einer der aufregendsten unseres Lebens.
Dementsprechend niedergeschlagen waren wir am Tag unserer Abreise. Es gab kaum einen, dem da keine Tränen in den Augen standen. Am liebsten wären wir wohl für immer bei unseren Gastfamilien geblieben. Doch als wir keine drei Stunden später in Newark, New York aus dem Flieger stiegen, besserte sich unsere Laune trotz Abschiedsschmerz. Sechs Tage im „Big Apple“ lagen vor uns, in denen wir die Freiheitsstatue sehen, den Sonnenuntergang vom Empire State Building aus bewundern, in der Fifth Avenue shoppen und am Times Square einen Promi sichten würden und das alles trotz „Government Shutdown“.
Natürlich haben wir uns am Ende unserer Reise gefreut, am Hamburger Flughafen unsere Familien wiederzusehen, aber eins steht fest: Die Zeit in Lawrence war die Zeit unseres Lebens und die werden wir nie wieder vergessen. Kurz: „ We’ll be back!“

M. Krause